Oldtimer- und Schlepperfreunde Treschklingen
Jochen Schön
Diesen Bericht widme ich meinem eigenen Fabrikat, der
jetzigen Klöckner-Humboldt-Deutz AG.
Die Motorenindustrie hat ihren Ursprung in der Gasmotorenfabrik Deutz gegründet 1864 von Nikolaus August Otto, dem Erfinder der Otto-Motors und Eugen Langen einem Kölner Zuckerfabrikanten als N. A. Otto & Cie. Später wurden die jungen Ingenieure Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach eingestellt. Erste Versuche im Schlepperbau unternahm die amerikanische Tochterfirma in Philadelphia. Nach der Jahrhundertwende wandte man sich auch in Deutz der Konstruktion von schienenlosen Fahrzeugen zu, nachdem man bisher Stationärmotoren und Motorlokomotiven gefertigt hatte. 1905 wurde die Deutzer Pfluglokomotive vorgestellt. Erster Schlepper war der Deutzer Automobilpflug mit 40 PS von 1907, der mit 4-Rad-Lenkung und 4-Rad Antrieb seiner Zeit weit voraus war. Der 4-Zylinder-Motor wurde auch in die Deutzer PKWs eingebaut.
Vermutlich hat Ettore Bugatti, der zu dieser Zeit Chefkonstrukteur in Köln-Deutz war, dieses Fahrzeug geschaffen.
1918 kam der Deutzer-Trekker, Zivilausführung einer Artilleriezugmaschine, auf den Markt. Ab 1926 kam der 14-PS Typ
MTH 122 bzw 222 mit liegendem Einzylindermotor mit Verdampfungskühlung, welcher sich in den Stationärmotoren bereit
bewährt hatte. Später wurde ein Zweiganggetriebe für die Geschwindigkeitsbereiche 3,5 und 7,5 km/h eingeführt Nach der
Fusion mit der Humboldt Maschinenbau firmierte man ab 1930 unter Humboldt-Deutzmotoren AG. 1933 brachte man den 28 PS
Stahlschlepper F 2 M 315 heraus. Eine Reifenaufpumpanlage gehörte zu den Besonderheiten dieses Fahrzeugs. Kleinster Stahlschlepper
war der Typ F 1 M 414 (1936) der legendäre 11er Deutz
Im Krieg entwickelte man den Einheit-Holzgasmotor im Zweistoffverfahren
(4,6 ltr 25 PS). Nach dem Krieg wurde der 11er mit neuem Getriebe (1946) weitergebaut und 1949 mit einem luftgekühlten 15 PS
Einzylinder ausgeliefert. Ab 1950/51 wurde die Luftkühlung
bestimmend für die KHD-Erzeugnisse. Mit der Serie 1957 wurde die D-Reihe aufgelegt. Stand bisher das "F" für Fahrzeugmotor die
Ziffer für die Zylinderanzahl "M" und "L" für Wasser- bzw. Luftkühlung sowie nach einer Baumusterzahl die
verkürzte Angabe für den Hub, so folgte nun nach der Bezeichnung "D" für Deutz die ungefähre PS Angabe. Der
D40 konnte nun auch als Schmalspurschlepper geliefert werden.
1961 wurde das Kölner Werk erneuert wodurch mit drei Taktstrassen eine monatliche Produktion von 3.000 Traktoren bzw.
Raupenschleppern erfolgte. 1962 erwarb man die Firmen Fahr, sowie den Mähdrescherhersteller Ködel und Böhm.1972 lief der 500.000.
Schlepper vom Band. Seit Beginn der 80er Jahre lautet die Markenbezeichnung für die landtechnischen Produkte
DEUTZ-FAHR. Bis 1986 sind in Köln 900.000 Schlepper gefertigt worden. Montagewerke unterhält KHD in
Argentinien, Brasilien, Pakistan,
Algerien, Tunesien. Zeitweise bestanden noch welche in Japan, Indien, im Kongo und in Griechenland, wo die in Köln
ausgelaufenen Modelle weiter produziert werden bzw. wurden.
Die Firmengeschichte zeigt dass KHD 1959 zu recht unter folgendem Slogan warb:
"Ein Schlepper aus dem Hause DEUTZ, der Wiege der Weltmotorisierung"