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Die Landwirtschaft im Wandel der Zeit |
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von Kurt Kiermeier
Rinderzucht und Milchwirtschaft Mit
Ausweitung der Rinderbestände nahm die Obrigkeit die Verwaltung in
ihre Obhut. Hiernach wurde die Gemeinde zur Haltung von „Farren“
angehalten. Um
Viehsuchen und Erbkrankheiten zu vermeiden wurden die Farren regelmäßig
ausgetauscht. Dies wurde vom Bezirksamt Sinsheim streng überwacht.
Durch diesen Austausch wurde das Zuchtmaterial verbessert, was eine
Leistungssteigerung zur Folge hatte. Die „vier“ Gemeindefarren
waren bei Landwirt Oskar Kreth untergebracht. Wie zu erfahren war, gab
es des öfteren Konflikte wegen der Pflege, Unterbringung und Fütterung.
Mit
Einführung der künstlichen Besamung in den fünfziger Jahren, wurden
die Farren überflüssig und deren Dienst 1955 eingestellt. Die
Rindviehhaltung diente hauptsächlich der Fleisch- und Milchgewinnung.
Da Milch schon zu Lebzeiten ein wichtiges Nahrungsmittel war, wurden
auf ihre Gewinnung größten Wert gelegt. Das ehemalige "Milchhäusle" in der Ringstraße (1935-1973) Waibstadter Milchlieferanten Jahr
Anzahl
Jahresmilchmenge
kg
Die
Kühe wurden bis Anfang der fünfziger Jahre meist von den
Bauersfrauen per hand gemolken, dann wurden dies Arbeiten von den
Melkmaschinen ausgeführt. Zu dieser zeit hatten die meisten Bauern
zwischen zwei und fünf Kühe. Die
Übermilch, welche den persönlichen Bedarf überschritt, wurde an die
Molkerei abgeliefert. Um
diese menge zu sammeln wurde auf genossenschaftlicher Basis im Jahre
1935 das „Milchhäusle“ in der Ringstraße errichtet. Anfänglich
wurde die Milch von hier mit dem Pferdführwerk zum Bahnhof gebracht.
Später wurden die Fahrten zur Molkerei mit dem LKW durchgeführt. Mit
Wehmut nahmen 1973 die Landwirte von der Schließung der Sammelstelle
Kenntnis, da es doch ein Ort der Kommunikation war. Das alte Milchhäuslein
hatte ausgedient, wurde verkauft und fiel schließlich der
Stadtsanierung zum Opfer. Aus
gesundheitlichen und hygienischen Gründen wird die Milch heute direkt
beim Landwirt mit Kühltransportern abgeholt. Während des
Ladevorgangs wird sie auf Fett, Eiweis, Keim –und Zellgehalt
untersucht. Zur Zeit wird nur noch vom Landwirt Helmut Bertsch Milch
produziert. Wie lange er dies noch unter den gegebenen
agrarpolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen betreibt, soll
dahingestellt bleiben. |
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