Die Landwirtschaft im Wandel der Zeit 

von Kurt Kiermeier

Die Pferdehaltung

 

Das Pferd wurde von den Waibstadter Bauern als Arbeitstier gehalten und war ein Zeichen des Wohlstandes. Es waren überwiegend Kaltblutpferde, welch die schweren Arbeitsmaschinen (Sägmaschine, Egge, Pflug, Binder, Heurechen usw. ) ziehen mussten.

 

Auch wurden mit ihnen der Kartoffeltransport nach Heidelberg durchgeführt. Betuchtere Bauern besaßen zwei Pferde und konnten somit größere Flächen bewirtschaften.

Die meisten Bauern galten als „Kuhbauern.“, da sie bei ihren Feldarbeiten Kühe und Ochsen einsetzten.

Im Jahre 1936 wurden in Waibstadt 135 Pferd gezählt. Kriegsbedingt wurde diese Anzahl in den Folgejahren stark dezimiert, da die Pferde gemustert und die meisten der Wehrmacht übergeben werden mussten .

Bis Mitte dieses Jahrhunderts leistete das Pferd treu seinen Dienst und war als Zugtier nicht wegzudenken. Es soll auch vorgekommen sein, dass ein Bauer nach einem langen Arbeitstag auf dem Fuhrwerk einschlief und so seinem „treuen Helfer“ das sicher Nachhausekommen überließ.

Mit der zunehmenden Mechanisierung zu Beginn der fünfziger Jahren wurde das Pferd in der Landwirtschaft immer weniger eingesetzt. Die Arbeiten wurden von den PS – stärkeren Traktoren übernommen, welche schneller und vielseitiger einsetzbar waren.

Als Zugtiere werden heute in Waibstadt keine Pferde mehr eingesetzt.

Jedoch wurden 1992 wieder 52 Pferde gezählt, welche von vielen Bürgern als Reit bzw. Freizeitpferd gehalten werden.

 

  Albert Himmelhan beim Säen im Birkig

 

Ziegenhaltung

 

Die Ziege war bis zu Mitte unseres Jahrhunderts ein wichtiger Milch- u. Fleischlieferant. Sie wurde auch „Kuh des kleinen Mannes“ genannt. Sie wurde vornehmlich von Kleinbetreiben, Handwerkern und Privatleuten gehalten, um deren Lebensunterhalt zu sichern.

Nach dem Tierzuchtgesetz unterlagen die Ziegenbockhaltung der Gemeinde. Die Gemeinde stellte den Ziegenbock bei geeigneten Züchtern unter. Der Ziegenbockhalter erhielt eine Barentschädigung sowie Futtergeld. Auch wurden ihm Grundstücke zur Nutznießung überlassen. 

 

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